Billardkegeln

Kegelbillard ist die volkstümliche Bezeichnung für ein Spiel, mit über 150-jähriger Tradition

und das nicht nur in Deutschland.

Geschichte

Da beim Billardkegeln die Bande die Hauptrolle spielt, konnte es erst um ca. 1840 entstehen und ist somit eine der jüngeren Disziplinen im Billardsport.

 

Das junge Spiel fand sehr schnelle und weitläufige Verbreitung. So ist zum Beispiel überliefert, dass Ende Juli 1881 in Drechslers Singspielhalle zu Wien ein öffentliches Meisterturnier nach den Regeln der Kegelpartie stattfand.

 

Obgleich heute fast nur noch in Sachsen und Brandenburg Billardkegeln gespielt wird, hat es hier nach wie vor einen hohen Stellenwert und weithin Volkssportcharakter.

 

Der große Vorteil: gespielt wird auf 6-ft.-Tischen mit einer Spielfläche von 90 cm x 180 cm. Damit ist eine Fläche von 4 m x 5 m völlig ausreichend, der Platzbedarf also überschaubar.

 

Natürlich gibt es beim Billardkegeln, wie auch beim Karambolage- und Poolbillard viele verschiedene Disziplinen. Das sind zum Beispiel: die Kegelboule, das Räuberboul, das Gründerboul, Multi, Kamm und Abräumer im Freizeitbereich sowie 100 Stoß, 50 Stoß oder 2 x 50 Stoß, Zweikampf und BK2plus im Wettkampfbereich.

 

(Quelle: Billard-Krausse Chemnitz)

Regeln

Im Gegensatz zu allen anderen Billarddisziplinen ist beim Billard-Kegeln der rote Ball der Spielball – die anderen beiden Bälle werden als Objektbälle bezeichnet.

 

Ein regelkonformer Stoß ist ausgeführt, wenn ein Objektball getroffen wird und dieser anschließend eine Bande berührt, oder der Spielball mit Vorbande auf einen Objektball gespielt wird.

 

Bei der „Partie in die Vollen“ hat jeder Spieler 100 Stöße hintereinander und muss möglichst viele Punkte erreichen.

 

Punkte erreicht man durch das Umstoßen von Kegeln, sowie Karambolagen und/oder Passagen.

 

Karambolagen

Direkte oder Indirekte Karambolage:

Spielball trifft beide Objektbälle oder Stoßball trifft Objektball 1 und dieser trifft dann Objektball 2 (1 Punkt)

 

Kegelwurf

Jeder Kegel zählt 1 Punkt.

Wird nur der mittlere Kegel umgeworfen, zählt dieser 2 Punkte.

Ein Objektball läuft durch das Kegelbild ohne Kegel zu werfen (dies kann auch mehrfach bei einem Stoß passieren und bringt jeweils 1 Punkt)

 

Foulpunkte

Können wie folgt erzielt werden:

   - Spielball wirft einen Kegel um.

   - Spielball trifft keine weitere Kugel.

   - Spielball stößt den Treibball direkt in die

      Kegel.

   - Berühren der Kegel mit dem Queue oder       

      einem Körperteil.

   - Kugel wird vom Tisch gestoßen.

Gegenwart

Billardkegeln war in der früheren DDR weit verbreitet und wird auch heute noch hauptsächlich in Sachsen und Brandenburg gespielt. Der Dachverband heißt Billardkegelverband e.V. mit Sitz in Schlepzig und wurde 2012 gegründet.

Billardkegeln im Fernsehen:

Am 22.09.2022 wurde Billardkegeln im Rahmen der Show „Schlag den Raab“ auf ProSieben ausgestrahlt. In einer leicht vereinfachten Regelversion musste Stefan Raab im Spiel 9 gegen seine Kontrahentin Manuela zum Queue greifen.


Eurokegel

 

Eurokegel ist eine neue Billarddisziplin, deren Geschichte im Oktober 2014 begann. Als Gründerväter dieser Disziplin gelten Zoltán Csibor (Ungarn), Niels O. Hansen (Dänemark) und Nico Proboszcz (Deutschland). Durch die Initiative dieser Sportfreunde ist es gelungen, eine Disziplin zu entwickeln, mit der Billardkegeln mit großen Kegeln erstmals auf internationalem Niveau gespielt werden kann.

 

Am 20.05.2017 erhielt diese Disziplin die provisorische Anerkennung durch die Confédération Européenne de Billard (CEB). Somit dürfen ab diesem Zeitpunkt offizielle internationale Turniere sowie offizielle Europameisterschaft stattfinden.


Kontakt

SV Fortuna Weißbach e.V.

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